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NBAA-BACE: phm communication goes USA

Eindrücke vom Messegelände auf dem Henderson Executive Airport.
Eindrücke vom Messegelände auf dem Henderson Executive Airport.

 Am Anfang ist der Pressetag

Die Business Aviation ist für mich auch nach etlichen Jahren als Luftfahrt-Journalist ein noch weitgehend unerforschtes Terrain. Zwar habe ich die Themen rund um die Geschäftsluftfahrt immer am Rande verfolgt, bisher aber noch nicht selbst über diesen Bereich berichtet. Entsprechend spannend war für mich der erste Besuch der Fachmesse NBAA-BACE in Las Vegas. Der Name der Messe steht übrigens für Business Aviation Convention & Exhibition, veranstaltet von der National Business Aviation Association.

Nach gefühlten 48 Stunden Reisezeit mit Zwischenstopps in London und San Francisco, hatte ich endlich im Hotel eingecheckt (was bei ca. 2500 Zimmern übrigens eine gewisse Massenabfertigung ist). Allzu viel Zeit zum Spaß haben oder auch nur zum Umstellen der inneren Uhr blieb nicht. Für die Pressevertreter beginnt die NBAA-BACE bereits vor dem offiziellen Startschuss. Einlass fürs Publikum ist ab Dienstag, ihre News verkünden die Aussteller allerdings schon im Vorfeld. Hier haben die Chefs Zeit, Fragen zu beantworten und ein paar Worte unter vier Augen zu wechseln. Während der dreitägigen Messe gibt es dafür kaum Gelegenheit, denn Gespräche mit Kunden haben Vorrang. Logisch. Möchte man Informationen über die offizielle Schiene hinaus bekommen, sollte man vorab einen Gesprächstermin am Stand vereinbaren.

Für mich begann der Messebetrieb am Sonntagmittag mit einem Termin bei Bombardier. Der kanadische Hersteller hatte auf den Henderson Executive Airport im Süden der Stadt eingeladen – dort befindet sich das Freigelände der Messe –, um den Langstrecken-Jet Global 7000 zu präsentieren. 33,90 Meter Spannweite, Platz für bis zu 20 Insassen, knapp 14.000 km Reichweite und rund 73 Millionen Dollar teuer. Beeindruckender hätte die Messe kaum starten können. Am Abend folgte eine Einladung von Honeywell zum Dinner mit Smalltalk und Präsentation der aktuellen Marktstudie.

Arbeiten im Neonlicht mit neun Stunden Zeitverschiebung

Durchhaltevermögen war am Montag gefordert. Man kann sich das so vorstellen: In verschiedenen Räumen ohne Tageslicht werden den ganzen Tag über Pressekonferenzen abgehalten, immer vier parallel. Mit immer noch neun Stunden Zeitunterschied in den Knochen ist das kein allzu lockeres Unterfangen. Als Einzelkämpfer muss man abwägen, wo sich ein Besuch lohnt und wo die Presseinfos genügen. Das Umfeld ist freundlich, aber Business-like. Sind wir Journalisten ja sonst gerne in Jeans und Turnschuhen unterwegs, so ist auf der NBAA ein Anzug Pflicht – das steht wohl sogar irgendwo im Kleingedruckten. Schließlich geht es hier nicht um Ultraleichtflugzeuge und Einmots für Privatpiloten, sondern um Jets und Turboprops im Wert von mehreren Millionen US-Dollar.

In den folgenden zwei, drei Tagen kann man sich auf der Messe umschauen, fotografieren und auf Nachfrage auch in das eine oder andere Flugzeug einsteigen. Allzu viele neue Erkenntnisse über die Pressekonferenzen hinaus sollte man dabei aber nicht erwarten. Ein Hersteller ging sogar soweit, seinen Stand für die Öffentlichkeit und damit auch für die Presse die meiste Zeit geschlossen zu halten.

Laut, bunt, schrill: Das ist Las Vegas 

Natürlich ist so eine Reise nach Las Vegas auch abseits der Messe ein Erlebnis. Obwohl Freizeit knapp ist, gehört ein abendlicher Spaziergang über den Strip dazu. Vor elf und vor zwölf Jahren war ich mit meiner Frau in der Stadt (ist das echt schon so lange her?), und schon damals waren wir ziemlich beeindruckt von dieser Metropole mitten in der Wüste. Heute, so mein Eindruck, ist alles noch eine Spur schriller, bunter, lauter als damals. Die Hotels gleichen Freizeit- und Themenparks mit Namen wie „Paris“, „The Venetian“ oder „Luxor“. Der Kitsch aus Beton, Plastik und quietschbunter Beleuchtung kennt keine Limits. An den Spielautomaten in den Hotel-Lobbys wird gezockt, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. „Mein“ Hotel, das Stratosphere, ist zwar etwas ab vom Schuss, hat dafür aber einen 350 Meter hohen Aussichtsturm zu bieten. Wer mag, kann sich dort oben auf einem der Fahrgeschäfte durchschütteln lassen oder sich (von einem Seil gebremst) nach unten stürzen. Wer’s mag! Mir reichte die Aussicht auf die Lichter der Stadt. Beeindruckend!

Der Schock, nachdem ein Einzeltäter Anfang Oktober 59 Menschen erschossen und mehrere Hundert verletzt hatte, schien übrigens mit jedem Tag ein Stück weiter in den Hintergrund zu rücken. „When things get dark, Las Vegas shines“ leuchtete auf einigen Werbebannern, #VegasStrong heißt der offizielle Hashtag dazu. Auf der Messe gab es Worte des Gedenkens, aber im Mittelpunkt stand die Trauer nicht.

Den letzten Abend habe ich noch für einen Ausflug an den Hoover Dam genutzt. Auch dort waren wir 2005 und 2006 schon einmal. Kurz nach Sonnenuntergang stand ich schließlich am Aussichtspunkt, mit dabei natürlich die Kamera fürs obligatorische Postkartenmotiv. Fun Fact: Fährt man über die Staumauer nach Arizona, ist man in einer anderen Zeitzone und darf die Uhr eine Stunde vorstellen.